Die Schweizer Bürowelt wandelt sich laufend. Dank Corona wurde das Home Office entdeckt und gefördert. Heute müssen die Mitarbeitenden aufgrund von besseren Kontrollmöglichkeiten wieder mehr präsent sein in der Firma. Wie beim verdichteten Bauen rücken wir auch in unseren Offices näher zusammen. Das Büro von morgen wird von wirtschaftlichen Anforderungen geprägt. Eine Einschätzung.
Die Themen im Überblick:
- Trends für Büroräumlichkeiten
- «Teilete» und Zusammenrücken
- Digitalisierung rückt das Homeoffice immer mehr in den Vordergrund
- Kostenfaktor ja – aber nur bedingt
- Fazit: Die Balance finden und Erfahrungen sammeln
- Mehr Lesetipps zum Thema Büroeinrichtung heute
Trends für Büroräumlichkeiten
«Wegen Homeoffice und KI: Noch nie standen so viele Büros leer», schreibt der Tagesanzeiger in der Ausgabe vom 24.2.2026. Demnach stehen in der Schweiz noch nie so viele Büroräume leer wie bisher. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Millionen Quadratmeter finden keine Mieter. Besonders die städtischen Agglomerationen wie Chur, Luzern oder Zug verzeichnen hohe Leerstände bei Büroflächen. Gründe für die Leerstände sind laut Tagesanzeiger, die Corona Pandemie und die Entwicklung in der Künstlichen Intelligenz. Es geht darum marktfähig zu bleiben und die Kosten tief zu halten.
«Teilete» und Zusammenrücken
Kosten tief halten. Dieses Argument hat sich vor Corona gefestigt. Grossraumbüros wurden erstellt. Der eigene Arbeitsplatz ging verloren und musste mit anderen Mitarbeiter:innen geteilt werden. Wer zuerst im Büro war, kann sich die besten Plätze aussuchen. Apropos beste Plätze: Das sind diejenigen, wo man mit seinen Kolleg:innen in der gleichen Abteilung arbeiten kann. Das Ziel mit einer Vermischung das Abteilungsdenken zu reduzieren, geht meistens nicht auf. Plötzlich sitzen die meisten wieder am selben Ort, bei den gleichen Teamkolleg:innen wie vorher, als man noch sein eigenes Büro hatte.
Der eigene Arbeitsplatz: Leistungsgrundlage mit Heimatgefühlen
Der eigene Büroarbeitsplatz bedeutet für viele auch Sicherheit. Eine Art Heimatgefühlen, wo man sein darf, wie man ist und auch mal etwas Privates rumliegen lassen kann. Es ist eine nicht messbare Motivation mit grossen Auswirkungen. Etwas, was zu unserem Menschsein gehört.
Teilen war schon immer sinnvoll, aber in manchen Bereichen unseres Lebens auch schwierig. Wir haben es uns etwas abgewöhnt. Wohlstand und Luxus sind sehr angenehm und schwer wieder wegzudenken. In welchen Branchen so eine «Teilete» möglich ist, wird sich zeigen.
Digitalisierung rückt das Homeoffice immer mehr in den Vordergrund
Die Digitalisierung macht vieles möglich: Mitarbeiter:innen arbeiten von zuhause aus oder in Shared-Offices. Und nicht nur das: Wenn Daten nicht mehr ausgedruckt werden, sondern nur noch in elektronischer Form vorliegen, braucht die Einrichtung viel weniger Platz. Eine Festplatte mit einem Terra schafft den nötigen Raum. Vor zirka 10 Jahren war der Platzbedarf pro Mitarbeitende von 20 auf 17 Quadratmetern pro Mitarbeiter gesunken. Heute liegt er laut SECO (Statssekretariat für Wirtschaft) bei 10 bis 25 Quadratmeter.
Die Arbeitsfläche muss sich auch an den Bedürfnissen der Mitarbeiter:innen orientieren
Der Beobachter schreibt in einer Ausgabe aus dem Jahr 2008:
«Pro Person ist ein Luftraum von 12 Kubikmetern vorgeschrieben, 15 Kubikmeter bei überwiegend nichtsitzender Tätigkeit, 18 Kubikmeter bei überwiegend körperlicher Arbeit. In Gruppenbüros wird für die ersten zwei Personen eine Fläche von 18 Quadratmetern veranschlagt, für jede weitere Person zusätzliche 6 Quadratmeter. In Grossraumbüros (in der Regel ab 400 Quadratmetern) beträgt die Mindestfläche pro Büro- und Bildschirmarbeitsplatz 8 Quadratmeter, für kombinierte Arbeitsplätze 12 Quadratmeter.
In gewissen Branchen oder Jobs kann ein Zusammenrücken heikel werden. Nähe bedeutet auch Ablenkung und diffizile Daten verlangen nach einem gewissen Mass an Diskretion. Einsparen von Büroraum muss also wohl überlegt sein.»
Büroräumlichkeiten, die grösse der Arbeitsfläche, müssen also zum einen an die Arbeitstätigkeit, wie auch empfehlenswerter Weise, an die Bedürfnisse der Mitarbeitenden ausgerichtet werden.
Kostenfaktor ja – aber nur bedingt
Dass der Kostenfaktor nicht das Hauptkriterium sein darf, zeigt auch, dass es den befragten Firmen sehr wichtig ist, einen guten Anschluss an den Öffentlichen Verkehr und genügend Parkplätze zu haben. Als ganz wichtig werden die Verpflegungsmöglichkeiten eingestuft. Eine leckere Mahlzeit motiviert und stärkt Körper und Seele.
Fazit: Die Balance finden und Erfahrungen sammeln
Veränderung birgt immer Risiken in sich. Was auf dem Papier nach Kosteneinsparung aussieht, muss genauer betrachtet werden. Menschen sind keine Schachfiguren, die man beliebig verschieben kann. Verlassen Mitarbeiter:innen ihren akutellen Arbeitgeber, weil sie keinen eigenen Arbeitsplatz mehr haben können, werden die Kosten – zumindest im Graubereich – umgehend steigen. Denn neue Mitarbeiter einzuführen fällt ins Geld. Laut Faustregel brauchen Nachfolger:innen mindestens ein Jahr, bis sie sich eigearbeitet haben.
Es gilt genau zu beobachten, Feedbacks von Mitarbeitern ernst zu nehmen und wertvolle Erfahrungen zu sammeln. Im Suchen einer guten Balance wird sich zeigen, was sich bewährt.
Quelle und Tipp:
- «Diese vier Trends prägen das Büro von morgen» aus der Zeitschrift Bilanz
- Office-Trade.ch in Fehraltorf, Zürcher Oberland: langjähriger Spezialist für Büroeinrichtungen
© coaching-persoenlichkeitsentwicklung.ch, aktualisiert am 11.6.2026/Andreas Räber
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