«Normalerweise gibt es keine Entscheidungen, die hundertprozentig richtig oder falsch sind.» Wie gerne sehnen wir uns nach Klarheit in unseren Entscheidungen. Statt «richtig» oder «falsch» bietet uns das Leben meist «Freiheit» an … ;-)
«Normalerweise gibt es keine Entscheidungen, die hundertprozentig richtig oder falsch sind.»
Mikael Blomkwist – Aus «Vergebung», Stieg Larsson
Manche Witze fallen einem immer wieder ein:
Ein Politiker musste sich auf ärztliche Anordnung eine Auszeit nehmen. Er wurde auf einen Bauernhof geschickt, um dort einfache Aufgaben zu übernehmen. Der Bauer gab ihm den Auftrag, die Kartoffeln zu sortieren. Die grossen links, die kleinen rechts auf einen Haufen. Als der Bauer wieder kam, fand er den Politiker erschöpft am Boden liegend. Auf die Frage, was denn auch los sei, antwortet dieser: «Immer diese Entscheidungen …»
Einfacher?
Vielleicht können Sie sich auch mit diesem Politiker identifizieren. Mir geht es jedenfalls so. Obwohl ich manchmal meine, dass mein Leben dank fortschrittlicher Technologie sich weiter entwickelt, wird es komplizierter.
«Wir leben im Paradies und merken es nicht.» schreibt der deutsche Philosoph Marco Wehr in seinem Buch «Komplexe neue Welt». Er meint damit, dass wir im Supermarkt auf eine enorm grosse Auswahl an Produkten stossen und es nicht einmal merken, geschweige den schätzen. Ausser es fehlt genau das, was wir möchten.
Diese Mehr an Möglichkeiten und Produkten führt uns in die Überforderung …
Mehr Möglichkeiten verlangen mehr Entscheidungen
Und so stehen wir vor dem Verkaufsregal und wissen nicht, was wir kaufen möchten. Shopping ist nur ein Beispiel. Dank der digitalen Welt steht uns eine Unmenge an Möglichkeiten zur Auswahl.
So entstehen Voraussetzungen wie «Oh, das sieht auch gut aus!» oder «Welche Variante möchte ich den heute nehmen?» und damit verbunden auch ein Gefühl der Überforderung, bzw. die Frage nach richtig oder falsch.
Überforderung grenzt unsere Sichtweise und damit auch die Möglichkeiten ein. Statt Freiheit, gibt es nur noch schwarz oder weiss, bzw., richtig oder falsch.
Grenzen akzeptieren und Dankbarkeit leben
Ja, was ist den richtig oder was wäre falsch? Diese Frage lässt sich fast nie beantworten. Wenn ein Unglück geschieht, stufen wir unsere Anwesenheit als falsch ein. Und doch wissen wir nicht, was uns passiert wäre, wenn wir nicht dort gewesen wären. Umgekehrt haben wir vielleicht Erfolg gehabt. Wir sind stolz auf uns, dass wir richtig gehandelt haben. Wer sagt uns, dass wir an einem anderen Ort nicht noch mehr Erfolg gehabt hätten?
Richtig und falsch können uns ganz viel Energie geben oder nehmen. Ob es etwas Erfüllenderes gibt als diese Einschätzung?
Ich versuche Herausforderungen nicht in richtig oder falsch einzuschätzen, sondern so gut wie möglich anzunehmen – und mit dem, was ich habe, das Bestmögliche daraus zu machen, dankbar für diese Möglichkeit und das Erreichte zu sein. Das gibt mir sehr viel.
Ich erkenne meine Selbstwirksamkeit. Ich habe die Freiheit zu nehmen, zu geben und zu gestalten.
Wohltuend!
© coaching-persoenlichkeitsentwicklung.ch, 15.9.2026
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Freiheit und Verantwortung gehen Hand in Hand
Der Anstubser von letzter Woche, hier als Reminder.
«Als ich aus der Zelle durch die Tür in Richtung Freiheit ging, wusste ich, dass ich meine Verbitterung und meinen Hass zurücklassen musste, oder ich würde mein Leben lang gefangen bleiben.» Freiheit und was befreiend klingt, trägt auch Verantwortung in sich.
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Ich freue mich jeweils auf den Anstubser und lese ihn mit Interesse. Für einen Elternabend im Kindergarten konnte ich einen Teil von einem Newsletter einsetzen. Manchmal begleiten mich Anstubsergedanken auch durch die Woche und geben mir eine neue Sicht. Danke!