«In der Stille und Einsamkeit vermag man seine innere Stimme am lautesten zu vernehmen.» Einsamkeit ist oft herausfordernd, hat uns jedoch viel zu sagen. Aus ihren Erkenntnissen können wertvolle Veränderungen wachsen.
In der Stille und Einsamkeit vermag man seine innere Stimme am lautesten zu vernehmen.
Dieter Uecker, Aphoriker
Manchmal halte ich einfach inne und versuche meiner inneren Stimmung oder Balance nachzuspüren. Besonders dann, wenn ich das Gefühl habe, «in der Luft zu hängen». Fehlender «Bodenkontakt» bedeutet bei mir fehlende Inspiration und Motivation. Natürlich kenne ich viele Massnahmen, um dem bodenlosen Raum entgegenzutreten. Bei kleineren Missgefühlen ist das gut wirksam. Doch seit einiger Zeit habe ich ein Gefühl von Schwere, das ich bisher nicht ergründen konnte.
Als ich kürzlich von einer Weiterbildung zum Persönlichkeitsmodell Enneagramm zurückgekommen bin, ist dieses Gefühl wieder stärker geworden.
Wenn man sich öffnet, ploppen erfreuliche Dinge auf – doch nicht nur. Es kann auch «Schlamm» mit hochkommen.
Einsamkeit?
Und so bin ich diesem Grundgefühl nachgegangen – und bin beim Begriff Einsamkeit gelandet, habe ihn jedoch schnell verworfen, da zu allgemein und für mich nicht stimmig. Hingegen führte er mich zu mehr Differenzierung. So bin ich bei emotionaler Einsamkeit gelandet. Doch auch hier fühlte ich mich nicht am richtigen Ort. Nach einer weiteren Runde des Nachdenkens und Nachspürens bin ich auf den Begriff «geopolitische emotionale Einsamkeit» gekommen. Diesen Begriff hatte ich noch nie gehört. Trotzdem gab ich ihn bei einem Suchdienst ein – Volltreffer!
Geopolitische emotionale Einsamkeit
Aus einer umfassenden Erklärung nehme ich den für mich wichtigsten Punkt heraus:
«Das Fehlen des Gefühls, Teil einer grösseren, abstrakten Gemeinschaft oder Gesellschaft zu sein.»
Nach weiteren Recherchen habe ich herausgefunden, dass dies bei mir vor allem auf der politischen Ebene der Fall ist. Volksabstimmungen werden verdreht, Vereinbarungen nicht eingehalten, klar ersichtliche Klimaveränderungen schöngeredet etc. Vielleicht wissen Sie, was ich meine.
Dass ich dieser Schwere einen Namen geben kann, dass ich deren Ursprung gefunden habe, hat mir wohl getan!
Mit diesem Wissen ist auch die Erkenntnis aufgekommen, dass ich mit dieser Art Einsamkeit nicht allein bin.
Doch was tun?
Eine weitere Einsicht von meiner Enneagramm-Weiterbildung ist: Mit all meinen Begabungen, meinen einzigartigen Denk- und Sichtweisen kann ich für mich, meine Mitmenschen und die Umwelt einen wertvollen Beitrag leisten. An dem Ort, wo ich gerade bin. Manchmal mehr, manchmal weniger. Ungezwungen. Wichtig sind vor allem Offenheit und Bereitschaft.
Samen sind bekanntlich klein. Unscheinbar. Wichtig ist, dass wir sie säen.
Auch wenn wir eine Zeitlang warten müssen, bis sich etwas zeigt. Unter der Erde, im Stillen und Unsichtbaren tut sich mehr, als wir uns vielleicht vorstellen können.
Bis die Pflänzchen dann erstarkt sind, dauert es im Allgemeinen noch länger. Und auch dieses Engagement lohnt sich!
© coaching-persoenlichkeitsentwicklung.ch, 02.11.2026
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Ich freue mich jeweils auf den Anstubser und lese ihn mit Interesse. Für einen Elternabend im Kindergarten konnte ich einen Teil von einem Newsletter einsetzen. Manchmal begleiten mich Anstubsergedanken auch durch die Woche und geben mir eine neue Sicht. Danke!