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  • Andreas Räber

Wenn du wartest, werden die Leute deine Kamera vergessen und die Seele wird sichtbar.

Steve McCurry, Jg. 1950, US-amerikanischer Fotograf und Fotojournalist

Es gibt Situationen, da bin ich mit Menschen im Gespräch – aber irgendwie nicht ganz anwesend. Meist ist der Grund, dass mein Gegenüber etwas sagt, das in mir Ideen oder Erinnerungen weckt, denen ich in Gedanken sofort nachgehen «muss».

Es ist ganz schön peinlich, wenn mein Gegenüber merkt, dass ich gar nicht mehr dabei bin.

Szenenwechsel.

In jungen Jahren machte ich ein Volontariat bei einem kleinen Lokalradio. Schon beim ersten Interview fiel mir auf, dass die zu Interviewenden oft zwei Gesichter zeigten. Das eine war das persönliche, das sich in der Regel während der kurzen Vorbereitungszeit zeigte.

Das andere war das offizielle. Sobald ich meine Frage gestellt hatte und das Mikrophon meinen Interviewpartnern hinhielt, änderten diese ihre Antworten auf einmal ab. Denn nun wussten sie, alles wird festgehalten und über den Äther ausgestrahlt.

Ihre Persönlichkeit war nicht mehr ganz spürbar.

Statt neuer Impulse und Ideen wurden auf einmal eher allgemein bekannte Konzepte und Strategien thematisiert. Das war für mich nachvollziehbar und irritierend zugleich.

Ich weiss nicht, wie es Ihnen geht. Mit mir macht es jedenfalls etwas, wenn ich Persönlichkeiten in ihrer Einzigartigkeit und Vielfalt spüre.

Der Fotograf Steve McCurry beschreibt, auf welche Weise die Seele der Menschen allmählich sichtbar wird. Abwarten. Sich Zeit lassen. Bis interne Vorbehalte schwinden und sie sich langsam öffnen.

Auch auf Fotografien ist Präsenz spürbar. Das sind die Bilder, für die wir anhalten. Uns Zeit nehmen, um sie zu betrachten, ihnen «zuzuhören». Bilder mit spürbarer Wirkung.

Dasselbe gilt auch für Menschen.

Weiterführende Lesetipps

Unsichtbares entdecken: Der Tanz zwischen Nähe und Distanz

Der zwischenmenschliche Tanz zwischen Nähe und Distanz

«Man sieht etwas oft hundertmal, tausendmal, ehe man es zum allerersten Mal wirklich sieht.» Manchmal erkennen wir Dinge oder Abläufe erst nach mehr als mehrmaligem Hinsehen.

Ganzer Impuls auf Coaching-Persoenlichkeitsentwicklung.ch.

Persönlichkeitsentwicklung mit dem Enneagramm - Wie «ticke» ich eigentlich?

Das Persönlichkeitsmodell Enneagramm kurz erklärt

Das Enneagramm ist eine unheimlich spannende Sache. Denn es hat unheimlich viel Kraft! Sein Ziel ist ein bewusster Umgang mit dem Leben. Persönlichkeitsentwicklung. Eigene Denk- und Sichtweisen besser wahrnehmen und immer bewusster handeln lernen. Mit Hilfe des Enneagramms wird nicht nur festgefahrenes Verhalten entlarvt, es gibt auch neue Wege zu entdecken. Das Enneagramm ist eines der ältesten und bewährtesten Persönlichkeitsmodelle. Hier stelle ich es kurz vor und zeige auf, welchen Nutzen Sie davon haben. Ganzer Artikel auf Coaching-Persoenlichkeitsentwicklung.ch.

Echte Schönheit finden

Genügsamkeit und innere Schönheit finden

Der Anstubser von letzter Woche, hier als Reminder.

«Obwohl wir die Welt bereisen auf der Suche nach der Schönheit, finden wir sie nicht, wenn wir sie nicht in uns tragen.» Wahre Schönheit ist näher als wir glauben.

Obwohl wir die Welt bereisen auf der Suche nach der Schönheit, finden wir sie nicht, wenn wir sie nicht in uns tragen.

Ralph Waldo Emerson (1803-1882), US-amerikanischer Philosoph und Schriftsteller

Wenn ich auf mein Leben zurückblicke, fallen mir aus der Distanz mir immer wieder Dinge auf, die ich damals nicht erkannte.

Als Teenie, zum Beispiel, waren mir – wie wahrscheinlich den meisten Menschen – Ansehen und Dabeisein wichtig. Meine Turnschuhe aus dem Warenhaus, die meine Eltern schon rein aus finanziellen Gründen immer dort kauften, hatten nicht den gleichen ideellen Wert wie Markenschuhe.

Als junger Ehemann und Vater war es mir wichtig, ein sicheres Nest zu bauen und meiner Familie etwas bieten zu können.

Kurzum, es gab viele Dinge, die mir etwas wert waren – zugegebenermassen oft auch, weil ich mich dadurch selbst wertvoller fühlte.

Seither bin ich einen weiten Weg gegangen. Wenn ich heute Werbung sehe, beispielsweise von den neusten Kameramodellen, spüre ich viel weniger den Reiz, sie am liebsten besitzen zu wollen. Stattdessen führe ich mir vor Augen, was meine eigene Fotoausrüstung bereits alles bietet, das ich noch gar nicht nütze. Ich vertiefe mich vielleicht mal wieder in die entsprechenden Handbücher und teste ein neues Tool. Da ist eine Veränderung im Gang.

Immer mehr erkenne ich, dass das Wichtigste nicht im Aussen, sondern im Innen liegt.

Dazu habe ich Jahre gebraucht. Das Schöne ist, ich vermisse nichts von dem, was mir früher so wichtig war.

Es scheint mir etwas wie eine innere Schönheit zu geben. Wahrscheinlich hat sie wie ich Falten und darf sie auch haben, doch ich spüre, sie ist wahr, echt, tragend und erfüllend.

Was mir bisher wichtig war, kann ich immer noch geniessen. Eher besser. Doch es gibt einen Unterschied:

Es «besitzt» mich nicht mehr. Wenigstens im Normalfall. Diese Werteverschiebung lohnt sich. Statt gefühlsmässig dauernd im Minus zu sein, bin ich mittlerweile immer ausgeglichener.

Weiterführende Lesetipps

Abheben

Coachingimpuls: loslassen lernen

«Wenn du fliegen willst, musst du Dinge loslassen, die dich runterziehen.» Vorwärts kommen und Neues entdecken hat viel mit Loslassen zu tun. So einfach? Ganzer Impuls auf Coaching-Persoenlichkeitsentwicklung.ch.

deutschlandfunkkultur.de: Mehr Genügsamkeit, weniger Gier

Deutschlandfunk.de: Mehr Genügsamkeit, weniger Gier

Anerkennung und Bestätigung – als soziales Wesen braucht der Mensch das und will davon immer mehr. Die Forschung zeigt: Am meisten steht die Gier dem Glück der Genügsamkeit im Weg. Aber es gibt Stellschrauben um genügsamer zu werden. Ganzer Artikel auf Deutschlandfunk.de.

Mut zum Leben

Mutig sein - Mut zum Leben - Coachingimpuls

Der Anstubser von letzter Woche, hier als Reminder.

«Was wäre das Leben, hätten wir nicht den Mut, etwas zu riskieren?» Vor uns liegen grosse gesellschaftliche Herausforderungen. Und wir dürfen mitgestalten.

Wenn du in den falschen Zug steigst, steig am nächsten Bahnhof aus. Je länger du zum Aussteigen brauchst, desto teurer wird die Rückfahrt.

Japanische Legende

«Einspruch!» lautet ein Buchtitel der österreichischen Journalistin und Publizistin Ingrid Brodnig. Darin geht es um Fake News, also absichtliche Falschinformationen. Wie wir diese erkennen, wie reagieren und darauf achten können, nicht «hereinzufallen». Und kennen Sie den Begriff «Sunk Cost Fallacy»?

Dabei geht es um unser Engagement für ein Projekt oder eine Überzeugung. Wir haben bereits viel Zeit und Geld investiert. Haben uns öffentlich klar zu einer Sache bekannt. Vielleicht auch emotional alles gegeben. Und irgendwann trifft uns die Erkenntnis, dass wir falsch liegen. Das ist hart! Und doch ist da etwas, das uns trotz dieses Bewusstseins blockiert.

Wir haben Angst, unser Gesicht zu verlieren und glauben, Aussteigen sei keine Option.

Und so bleiben wir lieber im falschen Zug sitzen. Im Gepäck eine ganze Liste von Argumenten, die wir so hindrehen, dass es passt. Wenn nur dieses elende Bauchgefühl nicht wäre.

Aussteigen, weil die Rückfahrt immer teurer wird.

Das Gesicht zu «verlieren», kann auch bedeuten, dass man ein anderes gewinnt. Das ehrliche, authentische, wahrhaftige.

Das wirkt befreiend.

Klare Signale sorgen für klare Verhältnisse. Die eigene Bestimmung erkennen und leben schenkt Kraft und Lebendigkeit.

Ein klarer Gewinn!

Weiterführende Tipps

Es darf sein …

Coachingimpuls: Vergangenheit darf so sein, wie sie ist.

«Mit dem Wissen von heute hätte ich gestern andere Fehler gemacht.» Gewisse Dinge hätten wir im Rückblick gerne anders gemacht. Wer kennt diese Gedanken nicht? Doch wäre «anders» wirklich besser gewesen? Ganzen Impuls auf Coaching-Persoenlichkeitsentwicklung.ch lesen.

brodnig.org: Bücher von Ingrid Brodning

Bücher von Ingrid Brodning

Die Bücher von Ingrid Brodnig gehen auf die Debattenkultur im Internet und ausserhalb ein und beleuchten die gesellschaftlichen Auswirkungen der Digitalisierung. Mehr lesen auf brodnig.org.

Sich zeigen dürfen

Coachingimpuls: Sich authentisch zeigen dürfen

Der Anstubser von letzter Woche, hier als Reminder.

«Es gehört Mut dazu, sich so zeigen zu wollen, wie man in Wahrheit ist.» Authentisch sein und sich zeigen dürfen, wie man ist? Ja. Weil Echtsein und Echtheit Klarheit schafft und uns allen gut tut.

Es gehört Mut dazu, sich so zeigen zu wollen, wie man in Wahrheit ist.

Søren Kierkegaard, dänischer Philosoph, Essayist, evangelisch-lutherischer Theologe und religiöser Schriftsteller

«… sich so zeigen zu wollen, wie man in Wahrheit ist.» Diese Aussage hat mich angesprochen.

Doch was bedeutet Wahrheit genau?

Wahrheit steht in Zusammenhang mit unserem subjektiven Empfinden und wird durch unsere Person definiert – aufgrund unserer Lebensgeschichte, unseres Wissens, unseren Kompetenzen etc. Dem gegenüber steht die Wirklichkeit – und diese orientiert sich an Fakten (Beispiel: Es ist 5 Uhr morgens).

Wahrheit hat also viel mit unserer eigenen Einschätzung zu tun. Daraus stellt sich mir die Frage: Wer bin ich? Was habe ich für eine Identität? Was darf diese Identität und was nicht?

Ich meine, sie ist gar nicht so einfach zu definieren. In verschiedenen Lebenskontexten haben wir ja verschiedene Rollen auszufüllen. Und wie schnell befinden wir uns auch in solchen, die wir meinen, spielen zu müssen. Vielleicht orientiert an (unerreichbaren) Vorbildern. Im Glauben, dass andere gut und vollkommen sind und wir mangelhaft …

Identität verlangt nach eigenen Überzeugungen. Sie verlangt danach, unsere Erziehung und Werte in einem gesunden Mass zu reflektieren. Sich für Sichtweisen und Wege bewusst zu entscheiden.

Und dann dazu zu stehen.

Dieses sich offen Zeigen, sich vielleicht auch Veränderung zu erlauben, braucht Mut (und bewirkt eventuell eher heimliche Bewunderung durch andere und nicht ihre Ablehnung). Müssen wir aber nicht wissen. Echt-sein ist für uns als Gesellschaft enorm wichtig. Es verhindert Lethargie, unterstützt Wachstum und sorgt dafür, dass wir flexibel bleiben.

Der Mut, sich zu zeigen, bereichert und vertieft unser einmaliges Leben

Weiterführende Lesetipps

Dem andern etwas zumuten …

Vertrauen tut gut und ermutigt

Wir alle gehen Herausforderungen unterschiedlich an. Die einen entschlossen, die andern etwas zurückhaltender. In beiden Fällen brauchen wir Menschen, die uns die nötigen Fähigkeiten zutrauen, um an den Aufgaben zu wachsen. Das Thema Zutrauen und Zumutung in diesem Newsletter.

An Weihnachten spielen Rollen keine Rolle

An Weihnachten spielen Rollen keine Rolle - ein Weihnachtsimpuls mit Tiefgang

Weihnachten steht vor der Tür und damit für viele Menschen auch grosse Herausforderungen. Stille Nacht, Heilige Nacht ist nicht immer nur heilig. Sie kann einen auch innerlich zerreissen. Vor allem, wenn man weiss, wie es sein könnte und sollte – und eben doch nicht ist. Einsamkeit, Trauer, Wut, Verluste – all das sind ungebetene Weihnachtsgäste, die manchmal trotzdem auftauchen. Ein Impuls für den Versuch von mehr Menschlichkeit. Weiterlesen auf christliche-lebensberatung.ch

Fliegen – ja, du kannst!

Coachingimpuls: Vom Mut fliegen zu lernen

Der Anstubser von letzter Woche, hier als Reminder.

«Du kannst fliegen, ja, du kannst! Lass den Wind von vorne wehn. Breite die Flügel, du wirst sehn: Du kannst fliegen, ja, du kannst!» Von Träumen, die trotz Widerständen Wirklichkeit geworden sind.

Du kannst fliegen, ja, du kannst! Lass den Wind von vorne weh'n. Breite die Flügel, du wirst sehn:
Du kannst fliegen, ja, du kannst!

Reinhard Mey, deutscher Liedermacher

Kürzlich schlug mir YouTube einen Song von Reinhard Mey vor, aus meiner Sicht einem der ausdrucksstarksten Liedermacher im deutschsprachigen Raum. Es war ein Ausschnitt aus der Helene-Fischer-Show 2024. 

Sein Lied «Du kannst fliegen» war ursprünglich dem deutschen Luftfahrtpionier Otto Lilienthal gewidmet. Jetzt hat der mittlerweile über 80-jährige Mey es überarbeitet und auf seine eigene Lebensgeschichte umgeschrieben. Wie immer mit viel Tiefgang, und wie so oft kann ich mich als Hörer gut damit identifizieren. Text und Melodie laden ein, sich zu entspannen und mittragen zu lassen.

Was mit Träumen begann, wurde in einer einzigartigen Karriere Wirklichkeit. Über 3,7 Mio verkaufte Tonträger, wobei mir das bei ihm eine eher nebensächliche Rolle zu spielen scheint. Bei seinen Liedern ging es ihm immer darum, Menschen zu erreichen. Bis heute schafft er es, Texte zu schreiben und zu singen, die Herzen berühren (siehe dazu auch das Duett mit Helene Fischer im Lied «Wir»).

«Du kannst fliegen» ist ein enorm ermutigender Text. Kindheitsträume, die sich durch Hürden nicht aufhalten lassen. Da ist dieser eine Traum, eine Vision, die stärker ist als alle Widerstände.

Da stört es auch nicht, dass die Stimme mittlerweile brüchiger geworden ist. Nein, sie muss so sein! So wird das fast andächtig gesungene, manchmal geflüsterte Lied glaubwürdig und lebensnah.

Dieser Text, dieses Ganze nimmt mich in meine eigene Selbstreflexion hinein. In meine eigene Kindheit mit all meinen Träumen, Hürden, Erfolgen und Niederlagen. Ich bekomme Mut, meinen Weg weiterzugehen.

Was gibt es Schöneres, als zu erleben, wie Träume sich in der Wirklichkeit anfühlen.

Abheben kann so ermutigend sein …

Weiterführende Lesetipps

Lebensträume – Träume leben

Lebensträume, Träume Leben

Das Lied «Du kannst fliegen» habe ich im Artikel «Lebensträume – Träume leben» für das christliche Medienunternehmen ERF Medien aufgegriffen:

Hast du Lebensträume? Ideen, die dich begleiten und dir keine Ruhe lassen? Etwas, das nach Aufmerksamkeit verlangt, dich antreibt und umgesetzt werden will? Manchmal wirken Lebensträume auch still und leise und werden uns erst bewusst, wenn das Leben sich vielleicht dagegenstellt. Eines ist jedoch klar: Lebensträume beflügeln und geben unserem Leben Sinn.

«Du kannst fliegen»

Reinhard Mey in der Helene Fischer Show: Du kanst fliegen

Reinhard Mey singt es Ihnen gerne vor auf YouTube.com.

Fussabdrücke hinterlassen Spuren

Coachingimpuls: Bewusster Leben - zu fuss gehen

Der Anstubser von letzter Woche, her als Reminder.

«Nur wo du zu Fuss warst, bist du auch wirklich gewesen.» In einer ausgefüllten und schnelllebigen Zeit müssen wir fokussierter arbeiten. Moderne und immer besser werdende Technologie unterstützt uns. Und doch fehlt uns dabei oft etwas.

Nur wo du zu Fuss warst, bist du auch wirklich gewesen.

Johann Wolfgang von Goethe

Aktuell lese ich ein Buch über Depressionen, wie sie möglicherweise entstehen und wie sie geheilt werden können. Dabei stosse ich unter anderem auf den Begriff «Neuroplastizität». Einfach erklärt: Unsere Wahrnehmung verändert sich laufend.

Setzen wir uns mit positiven Nachrichten auseinander oder ordnen Ereignisse positiv ein, werden unsere positiven Synapsen (neuronale Verknüpfungen) im Gehirn gefördert – was zu einer positiveren Lebenseinstellung führt. Natürlich gilt das auch für negative Wahrnehmung und anderes.

Unser Fokus bestimmt, was wir wahrnehmen.

Ein Blick ins Jahr 1860 zeigt, dass wir Schweizer damals nahezu zur Hälfte im Landwirtschaftsbereich tätig waren und zu zirka 11 Prozent im Dienstleistungssektor. Im Jahr 2024 arbeiten knapp 78 % im Dienstleistungssektor und nur noch 2,3 % in der Landwirtschaft. Der Rest ist in der Industrie tätig.

In dieser Zeitspanne haben wir unser Leben grösstenteils vom Aussen ins Innen verlagert. In der Folge nehmen wir unseren äusseren, natürlichen Lebensraum viel weniger wahr.

Durch diesen Fokuswechsel verlieren wir den direkten Bezug zur Natur.

In seinem Buch «Künstliche Intelligenz und echtes Leben» beschreibt der deutsche Philosoph Christian Uhle ein praktisches Beispiel:

Früher mussten wir einen Baum mit einer Axt umhauen. Durch diese Auseinandersetzung, den Aufwand und Widerstand, hatten wir einen Bezug zu diesem Baum. Dank Motorsägen fällt diese Herausforderung weg. Oft geht es heute um eine möglichst hohe Anzahl an gefällten Bäumen.

Der Baum wird zum identitätslosen Objekt. Zum Auftrag. Nach kurzer Zeit ist er aus unserem Gedächtnis gelöscht. Der mit der Axt gefällte Baum bleibt uns besser in Erinnerung.

Die Technologie erleichtert uns Vieles – und nimmt uns doch sehr viel Menschliches und Sinnstiftendes. Ganz schleichend.

Es geht mir nicht darum, Technologie als etwas Schlechtes darzustellen. Zudem ist sie aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken.

Doch jeder Fussabdruck hinterlässt Spuren. Ob wir «zu Fuss gegangen» sind, ob wir «die Axt benutzt» haben, erkennen wir vielleicht am besten am anschliessenden Gefühl, wirklich gelebt zu haben.

Weiterführende Lesetipps

Sich Lebensqualität erlauben

Coachingimpuls, Thema Lebensqualität. Wer langsam geht, kommt auch zum Ziel.

«Wer langsam geht, kommt auch zum Ziel.» Über Selbstsabotage im Kopf und warum Umdenken lohnend sein kann. Ganzen Impuls auf Coaching-Persoenlichkeitsentwicklung.ch lesen.

bfs.admin.ch - Indikatoren der Lebensqualität

BSF. Admin.ch: Indikatoren der Lebensqualität

Ungefähr 30 Indikatoren vermitteln ein Bild über die Lebensqualität in den Partner-Städten des City Statistics in der Schweiz. Mit einem Konzept der Lebensqualität wird versucht, das Wohlbefinden der Bevölkerung in seinen verschiedenen Dimensionen zu messen. Wohlbefinden wird sowohl durch materielle Lebensbedingungen als auch durch das subjektive Empfinden der Lebensqualität bedingt. Zu den Dimensionen der materiellen Lebensbedingungen gehören Einkommen und Erwerb sowie Wohnsituation. Die immateriellen Dimensionen der Lebensqualität umfassen Gesundheit, Bildung, Qualität der Umwelt, persönliche Sicherheit, Bürgerbeteiligung und Work-Life Balance. Ganzen Artikel auf bsf.admin.ch lesen.

Wohlstand neu definieren

Wohlstand neu definieren

Der Anstubser von letzter Woche, hier als Reminder.

«Lieber etwas weniger Wohlstand, aber dafür etwas länger.» Bei Diskussionen oder politischen Abstimmungen wird Wohlstand gerne als Argument für oder gegen etwas eingesetzt. Schliesslich wollen wir gut leben! Da lohnt es sich, genauer hinzusehen.

Lieber etwas weniger Wohlstand, aber dafür etwas länger.

Philip Rosenthal, deutscher Industrieller und Politiker (SPD), Inhaber der Porzellanfirma Rosenthal AG mit über 10´000 Mitarbeitenden

In seinem Buch «Abgelenkt» zitiert der New-York-Besteller-Autor Johann Hari den dänischen Professor für Sozialanthropologie Thomas Hylland Erikson folgendermassen: «Seit der industriellen Revolution sind unsere Volkswirtschaften auf einer neuen und radikalen Idee aufgebaut – dem Wirtschaftswachstum.» Ohne Zweifel hat uns diese Idee viel Arbeit und auch entsprechend Gewinn und Wohlstand beschert – doch nicht nur.»

Durch die heutigen digitalen Möglichkeiten werden wir laufend – und vor allem direkt auf unsere Vorlieben hin – beworben (Überwachungskapitalismus). Johann Hari beschreibt diese Dauerberieslung als «Hack von Menschen».

Unsere Aufmerksamkeit und Entscheidungsfähigkeit nimmt in der Folge leider ab. Unser Alltag wird immer schneller und wir schlafen weniger. So brutal es klingt, davon profitiert unsere Wirtschaft.

Wir sind dauernd am Hinterherrennen und kaufen uns zum Ausgleicht Dinge, die wir eigentlich gar nicht brauchen würden.

Dr. Jason Hickel – Wirtschaftsanthropologe an der Universität London und einer der weltweit führenden Kritiker des Konzepts des Wirtschaftswachstums – plädiert darum für die sogenannte «stationäre Wirtschaft». Diese setzt voraus, dass wir Wirtschaftswachstum als treibendes Prinzip der Wirtschaft aufgeben und dafür andere Zielsetzungen wählen.

Dabei hilft uns, wenn wir den Begriff «Wohlstand» neu definieren. Das bedeutet zum Beispiel, mehr Zeit für sich und die Familie zu haben. Das Leben ruhiger angehen zu können. Wieder mehr schlafen.

Das Gute an der stationären Wirtschaft: Sie orientiert sich mehr an menschlichen Bedürfnissen und Möglichkeiten und beutet die Ressourcen und unseres Planeten viel weniger aus.

Dieses Umdenken braucht Mut und erste Schritte. Das fängt bei jedem einzelnen von uns an. Nur so werden wir unseren – vielleicht etwas tieferen – Wohlstand halten können, dafür aber länger …

Weiterführende Lesetipps

Loslassen lernen

Loslassen lernen, keine einfach Aufgabe

Loslassen - eine Disziplin, die herausfordert. Insbesondere bei Dingen, die uns am Herzen liegen. Zum Beispiel unsere Kinder. Gute Freunde. Eltern. Gewisse Projekte. Loslassen ist ein Prozess, den wir lernen müssen. Er gehört zum Leben und ermöglicht uns, Neues zu entdecken. Ganzen Coachingimpuls auf Coaching-Persoenlichkeitsentwicklung.ch lesen.

Mehr des guten Lebens für alle! Die Wellbeing Economy Alliance

Genügsam leben - sich selbst genügen, das Sein geniessen

Die Wellbeing Economy Alliance (WEAll) will einen nachhaltigen Beitrag dafür leisten, auf der Welt eine Wirtschaft des Wohlbefindens durchzusetzen. Sie geht direkt auf die Grundprobleme unserer Gesellschaft und die vielfältigen Krisen, mit denen wir konfrontiert sind, ein. Sie kann das leisten, indem sie unsere grundlegenden Bedürfnisse nach Würde, Natur, Zweck, Fairness und Partizipation in den Mittelpunkt ihrer Aktivitäten stellt. Weiterlesen auf dgpp-online.de (Deutsche Gesellschaft für Positive Psychologie).

Möglichkeiten möglich machen

Mögliche Möglichkeiten möglich machen

Der Anstubser von letzter Woche, hier als Reminder.

«Du kannst nicht zurückgehen und den Anfang ändern, aber du kannst dort beginnen, wo du bist und das Ende ändern.» Das Leben ist ein Prozess, der sich und uns dauernd verändert und uns immer wieder neue Möglichkeiten bietet.

Du kannst nicht zurückgehen und den Anfang ändern, aber du kannst dort beginnen, wo du bist und das Ende ändern.

C.S. Lewis, irischer Schriftsteller und Literaturwissenschaftler

Zurückzublicken und sich zu reflektieren ist so eine Sache. Je nach aktueller Stimmung fällt das Fazit besser oder schlechter aus. So sind wir Menschen nun mal.

Wir brauchen einen Rahmen, der uns hilft, unseren bisherigen Weg und uns und unsere Mitmenschen einzuordnen. Dabei beurteilen wir nach positiv oder negativ. Nach gewinnen oder verlieren. Wir ordnen ein nach links, Mitte, rechts. Nach konservativ oder progressiv. Nach …

Lassen Sie uns all diese Einstufungen einfach mal beiseite legen. Auch unseren Mitmenschen gegenüber. So wird unser Kopf freier und unsere Brust kann sich öffnen, zumindest gefühlsmässig.

Statt zu vergleichen, gehen wir davon aus, dass wir alle, obwohl unterschiedlich, unterwegs sind. Auf einem Lebensweg, der uns viel Spielraum und viele Möglichkeiten und sicher auch Grenzen setzt.

Manche Möglichkeiten konnten wir bisher nicht nutzen. Es fehlte uns die Zeit, das Wissen, die Einsicht, die … Einiges wird mit der Zeit und mit unserer Entwicklung realistischer. Anderes ist vielleicht gar nicht mehr relevant. Am Ende bleibt das Wesentliche.

Den Anfang brauchen wir nicht zu ändern. Das entspannt. Es geht nur noch um die aktuellen Möglichkeiten. Um die möglichen. Richten wir unsere Energie auf sie!

Weiterführende Lesetipps

Gestaltungsmöglichkeiten wahrnehmen

Gestaltungsmöglichkeiten wahrnehmen, Perspektiven säen

«Some day we will all die, Snoopy», sagt Charlie Brown in einem Cartoon zu seinem Hund. «True, but all the other days we will not.» Wie recht er doch hat. Snoopy’s einfache Logik berührt mich immer wieder. Unser ganzes Leben lang leben wir und haben Gestaltungsmöglichkeiten. Ganzen Impuls auf Coaching-Persoenlichkeitsentwicklung.ch lesen.

Den richtigen Beruf/Job finden? Unsere Möglichkeiten.

Den richtigen Beruf/Job finden? Unsere Möglichkeiten.

Das Gefühl, im falschen Beruf oder Job zu sein, ist schon länger da. Sich am frühen Morgen aufzuraffen, wird immer schwerer. Die Arbeit fällt immer mehr zur Last. Da ist dieser Gedanke, den richtigen Beruf verfehlt zu haben. Was nun? Einen neuen, bzw. den «richtigen» Beruf, Job suchen? Anregungen zum Nachdenken hier im Fokus. Schritt für Schritt eine berufliche Neuorientierung wagen. Ganzen Artikel auf ausbildung-tipps.ch lesen

Klickpause. Reflexionspause.

Klickpause: Unabhäniger werden vom Internet

Der Anstubser von letzter Woche, hier als Reminder.

«Ich vermisse mein Prä-Internet Gehirn.» Wie war das doch damals? Was war anders? Welche Vorteile hatten wir? Zeit für eine Klickpause?

Ich vermisse mein Prä-Internet Gehirn.

Douglas Coupland, kanadischer Schriftsteller, bildender Künstler und Designer

Ist Gehirn denn nicht gleich Gehirn? Ich denke nach, wie es damals war, ohne Internet. Spontan fallen mir folgende Punkte ein:

  • Vieles war ganz klar zeitaufwändiger.
  • Wir wussten weniger. Aber das, was wir wussten, wussten wir wirklich.
  • Zwischen den Informationen war mehr Raum.
  • Die Anforderungen wurden mehr am eigenen Leistungsvermögen gemessen als an der Technologie und den damit verbundenen unendlichen Möglichkeiten.
  • Die Kommunikation war häufiger 1:1. Im realen Gegenüber.

Und heute?

  • Vieles geht viel schneller. Also haben wir eine Zeitersparnis. Ja und nein! Denn oft ist es doch so, dass wir in diese Lücke nur noch mehr hineinpacken.
  • Wir glauben, viel zu wissen. Dank Künstlicher Intelligenz bekommen wir auf einen Schlag umfangreiche Informationen, präzis zusammengefasst. Leider lauert auch hier ein Nein. Denn dieses kompakte Wissen ist nach wie vor fehlerbehaftet.
  • Der persönlichkeitsfördernde Prozess der Herausforderung fehlt – mit entsprechenden Auswirkungen auf unsere Kompetenzen.
  • Mehr technologische Möglichkeiten bewirken mehr Stress, zumal diese uns auch «ersetzen können».
  • Die Kommunikation ist irgendwie leer geworden. Besonders online. Kein sicht- und spürbares Gegenüber.

Das klingt jetzt ziemlich negativ. Hier will ich festhalten: Das Internet bringt uns viel. Doch stellt sich die Frage, wie wir es nutzen und was wir daraus machen. Und dass wir die Frage der Abhängigkeit im Fokus behalten.

Alles, was unser Leben bequemer macht, beinhaltet die Gefahr, uns selbst mehr und mehr zu verlieren. Jetzt noch an eine unbekannte Technologie? Geht es im Leben wirklich um möglichst viel und möglichst schnell oder um viel Bequemlichkeit?

Meiner Auffassung nach geht es viel mehr darum, dass wir alle mehr Verantwortung für unsere Menschlichkeit übernehmen. Dabei hilft uns unser Prä-Internet-Gehirn – seit Abertausend Jahren bewährt …

Weiterführende Lesetipps

«Abgelenkt»

Lesetipp Sachbuch «Abgelenkt» von Johann Hari

Warum haben wir unsere Fähigkeit verloren, uns zu konzentrieren? Was sind die Gründe dafür? Und am wichtigsten: Lässt sich Aufmerksamkeit wieder antrainieren? Mit diesen und vielen weiteren spannenden Fragen im Gepäck betrieb Johann Hari über drei Jahre lang Forschung. Vom Silicon Valley über eine Favela in Rio bis nach Neuseeland sprach er mit weltweit führenden Experten und Fachleuten. In «Abgelenkt» nennt er zwölf entscheidende Gründe, die für den Verlust unserer Aufmerksamkeit verantwortlich sind und zeigt Wege auf, wie wir unseren Fokus wieder zurückgewinnen können. Ein spannendes Buch, das klar schildert, wie abhängig wir vom Internet geworden sind. Weiterlesen auf exlibris.ch.

Aufatmen!

Coachingimpuls: Wieder Aufatmen können. Ruhe im Innern und Aussen finden.

«Ruhe im Innern, Ruhe im Äussern. Wieder Atem holen lernen, das ist es.» Machen wir uns auf, unsere Ruhe wieder zu finden! Ganzer Impuls auf Coaching-Persoenlichkeitsentwicklung.ch.

Ängstlich mutig Geschichte schreiben

Ängstlich mutig sein. Schritte wagen. Coachingimpuls.

Der Anstubser von letzter Woche, hier als Reminder.

«Erst der Mut zu sich selbst wird den Menschen seine Angst überwinden lassen.» Angst bremst uns aus. Unheimlich sogar. Wenn man sie nicht mit etwas Mut aufmischt. Denn im Gegensatz zu Angst und Mut sind Mut und Angst immer gemeinsam unterwegs. Und beide sind wichtig.

Die Erfahrung ist wie eine Laterne auf unserem Rücken. Sie beleuchtet immer nur den Weg, der bereits hinter uns liegt.

Konfuzius

Kaum geboren, machen wir unsere Erfahrungen und deuten diese, anfangs völlig bezogen auf uns selbst. Wir nehmen etwas als angenehm oder unangenehm wahr, als Zuneigung oder Abneigung. Wir interpretieren, was richtig und falsch ist. Unser Startkapital? Die Erziehung.

Je älter wir werden, desto grösser auch unsere Erfahrung. Sie wird zu unser inneren Logik und prägt unser Verhalten.

Auch wenn wir älter sind, beziehen wir manchmal etwas auf uns selbst, das gar nicht zu uns gehört – oder wir projizieren etwas auf unser Gegenüber, das aber zu uns gehören würde.

Dies muss nicht negativ sein, es ist das Ergebnis unserer Beurteilung von Erlebtem.

Das Bild der Laterne zeigt, dass die Zukunft im Dunkeln liegt und nicht vollständig erkannt werden kann.

Wir kommen nicht darum herum, vorwärts zu gehen.

Daraus entsteht Erfahrung – die Grundlage für die Beurteilung von Machbarkeit, Chancen und Gefahren für alles vor uns Liegende. Um manche Dinge vielleicht in einem neuen Licht zu sehen.

Weiterführende Lesetipps

Die Zukunft gangbar gestalten

Die Zukunft gangbar gestalten

«Der beste Weg, die Zukunft vorauszusagen, ist, sie zu gestalten.» Zukunft gestalten. Möglichkeiten haben. Nichts wünschen wir uns im Moment mehr, als wirksame Möglichkeiten für die Zukunftsgestaltung zu finden. Weiterlesen auf Coaching-Persoenlichkeitsentwicklung.ch.

Wie gestalten wir Zukunft?

Festgefahren und in der Sackgasse gelandet.

Eine Gesellschaft, die angesichts vieler Krisen keine Visionen hat, droht zu erkranken. Sie reagiert allergisch auf notwendige Veränderungen, infiziert sich mit Hass, Resignation oder Wirklichkeitsverweigerung. Was kann da getan werden? Und von wem? Tipps auf denkfabrik.deutschlandradio.de.

«Ist es deins?»

Als Original einen Beitrag in der Gesellschaft leisten können

Der Anstubser von letzter Woche, hier als Reminder.

«Es ist besser, in der Originalität zu scheitern, als in der Nachahmung erfolgreich zu sein.» Die eigene Originalität gibt dem Leben und Erfolg mehr Tiefe.

Coaching Angebote
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