«Code is law». Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass wir uns immer abhängiger machen von der Digitalität. Sie hat durchaus viele Vorteile, aber halt auch ihre negativen Seiten. Ein Einblick in digitale Wahrheiten.
Code is law
Lawrence Lessig, bedeutender US-amerikanischer Professor für Rechtswissenschaften an der Harvard Law School der Harvard University
In ihrem herausfordernden Buch «Digitale Mündigkeit» schreibt die deutsche Philosophin, IT-Beraterin und Netzpolitologin Leena Simon sehr fundiert über unsere zunehmende Abhängigkeit von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz. Unter anderem spricht sie die Macht der Programmer:innen an.
Wer den Code kontrolliere, der kontrolliere die digitale Technik und somit einen Teil des menschlichen Denkens. Die Macht der Techniker:innen wachse im digitalen Zeitalter enorm. Macht ist dabei so zu verstehen, dass wir uns nur innerhalb der gegebenen Möglichkeiten der Software, Sozialen Medien etc. bewegen können.
Diese Eingrenzungen führen dazu, dass wir nur bestimmte Dinge und nur unter bestimmten Voraussetzungen tun können.
Ein Beispiel aus unserem Alltag:
Einkaufen mit Bargeld wird zunehmend schwierig, weil immer mehr Bankomaten verschwinden und etliche Geschäfte gar keines mehr annehmen.
Da wir immer mehr am Computer arbeiten und viele Dienstleistungen online abgewickeln, entsteht zunehmende digitale Abhängigkeit. Und so erhält die Aussage «Code is law» eine nicht zu unterschätzende Bedeutung.
Programmer:innen bestimmen somit einen grossen Teil unseres Lebens. Dazu haben wir ihnen keinen Auftrag erteilt – und schon gar nicht sind sie demokratisch gewählt. Weil sie von ihren Arbeitgebern – meistens grossen Tech-Firmen – abhängig sind, arbeiten sie an der Realisierung derer Ziele: Abhängigkeit ihrer Kunden und Umsatz.
Als ich vor einiger Zeit von Whatsapp auf Threema wechselte, erhielt ich einige Feedbacks, dass Bekannte von mir dies auch gerne täten, ihr soziales Umfeld dazu aber nicht bereit sei. Dies zeigt auf, wie abhängig wir von Tools grosser Techfirmen sind – die unsere Daten schamlos – und wie selbstverständlich – aufzeichnen.
Unabhängige Lebensgestaltung fängt mit dem Bewusstsein unserer Abhängigkeit an.
Wollen wir uns loseisen von diesen «kostenlosen» und leider manipulativen Tools, können wir uns fragen, wie viel davon wir wirklich brauchen und ob es nicht andere – zum Beispiel europäische – Anbieter gibt. Auf europeantechmap.eu finden sich zahlreiche Anbieter aus Europa. Einfach aktuelles Tool eingeben und «enter» drücken, dann werden Alternativen aufgezeigt.
Um dieser Abhängigkeit entgegenzuwirken, können wir uns aufmachen und Zeichen setzen. Andere Tools wählen und unterstützen. Es kostet uns Aufwand. Ja. Und vielleicht müssen wir uns ein paar unbequeme Fragen stellen.
Andere, seriöse Plattformen zu bevorzugen, wird manchmal von einem Gefühl der Ausgrenzung begleitet. Mündigkeit leben und Verantwortung wahrnehmen beginnt oft so.
Freiheit war noch selten einfach, aber sie war es immer wert!
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Der Anstubser von letzter Woche, hier als Reminder.
«Die Menschen bauen zu viele Mauern und zu wenig Brücken.» Wie schnell bauen wir Mauern zu unseren Mitmenschen auf. Die Gründe sind vielfältig, wir merken es selbst kaum – und meistens wäre es gar nicht nötig. Zeit, Brücken zu bauen.
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- Berufung finden
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- 50+ mit Perspektiven
Coachings per Telefon oder Skype sind möglich.
Ich freue mich auf deine weiteren «Anstubser», die sind echt gut und regen mich immer wieder mal an näher über das Thema nachzudenken ;)