Wertedefinition: Wie viel Wert geben wir uns selbst? Eine Spurensuche.

Wertedefinition: Wie viel Wert geben wir uns selbst?
Wem und was geben wir besonderen Wert?

Der Lebenslauf spricht eine deutliche Sprache. Wir haben viel investiert und viel erreicht. Und doch sind da Fragen, die sich irgendwie nicht beantworten lassen. Fragen wie:

  • Warum kann ich mir nichts schenken lassen?
  • Warum denke ich, dass andere mich nicht respektieren?
  • Warum kommt immer wieder die Angst auf, nicht zu genügen?

Solche Fragen sind oft lebenslang gegeben. Sie beschäftigen uns manchmal mehr, manchmal weniger. Je nachdem, wie unser Selbstwert ist.

Was macht uns wertvoll?

Ist es unsere Leistung? Unser soziales Netzwerk? Sind es unsere Ziele? Ja und nein. Solange wir die Kraft haben, die genannten Punkte zu fördern und zu pflegen, werden wir uns auch damit identifizieren und unseren Selbstwert so fördern können. Was aber, wenn nichts mehr geht? Wenn wir keine Kraft mehr haben und jegliche äussere und innere Bewegung uns überfordert? Was, wenn wir mit dem Gefühl leben, in dieser Welt, in unserem Umfeld ‚fehlplatziert‘ zu sein

Die Innensicht

Eigene Welt, eigene Denkweise. Wir beurteilen aufgrund unserer Erziehung und gemachter Erfahrungen. Daraus entstehen interne Kriterienraster. Ein subjektives Wertesystem. Werte sind wie eine Brille, durch die wir schauen. Sie filtert, sie verschärft, sie dunkelt ab. Sie prägt uns. Meistens lebt es sich schlechter ohne Brille. Weil unsere Umwelt sonst unscharf wäre. Unsere Schritte wären unsicher. Wir wüssten nicht, woran wir sind. Wahrheit ist zwar oft nur ein Gefühl und doch in Stein gemeisselt. Ob Optimist oder Pessimist, beide Sichtweisen bringen Herausforderungen mit sich. Und beide werden relativiert, werden zum Gewinn, wenn der eigene Grundwert stimmt.

Die Aussensicht

Es liegt in der menschlichen Denkweise, dass wir uns selbst zu hart beurteilen. Dass wir uns abwerten, um von unseren Mitmenschen vom Gegenteil überzeugt zu werden. Wir wollen etwas gelten und gehen sehr hart mit uns selbst ins Gericht. Und wenn wir positive Feedbacks von Mitmenschen erhalten, werten wir sie schnell mal ab. Das ist eine Selbstzerstörungsstrategie. Der ‚Beweis‘, dass wir nicht genügen. So sind gute und ehrlich gemeinte Feedbacks chancenlos. Das spüren auch unsere Mitmenschen und verzichten künftig auf Komplimente.

In einer sehr leistungsorientierten Gesellschaft werden Werte sehr oft über Leistung definiert. Nur ist Leistung eben auch eine Falle. Denn jeder Mensch wird früher oder später nicht mehr leistungsfähig sein. Je älter oder kränker, desto weniger.

«Was Menschen und Dinge wert sind, kann man erst beurteilen, wenn sie alt geworden.»

Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach

«Ich darf mich andern zumuten.»

hat mein Supervisor mir mal erklärt. Das hat mit innerer Überzeugung zu tun. Mit dem Wissen, ich bin gut genug und habe einen wichtigen Beitrag für den andern und die Gesellschaft zu leisten. Dieses Wissen wird in unserer Kindheit geprägt. Von unseren Mitmenschen. Von uns selbst.

«Nicht was des Lebens Dinge sind, was sie uns gelten ist das Glück.»

A. de Nora

Wert geben wir dem, wofür wir uns Zeit nehmen

Wie können wir Werte (er)leben und signalisieren? Mitmenschen, Tiere, Hobbies, unsere Familie. Wertvoll sind die Dinge, für die wir gerne auch mal mehr machen – und das freiwillig. Sich bewusst Zeit nehmen, auch wenn man glaubt, keine zu haben. Es ist ein sich Hingeben für den anderen. Eine Aktivität aus Liebe. Doch halt, stopp. Hier geht es oft nicht (nur) um den andern. Sondern auch um sich selbst. Kein Brunnen kann Wasser geben, wenn er leer ist.

Die Vergangenheit hat uns geformt. Einfach so loslassen geht in den meisten Fällen nicht. Nicht ganz.

«Was können wir daraus lernen?»

Gibt es nachhaltig vermittelte Werte, denen wir einen neuen Inhalt geben könnten?

Statt 100 Prozent perfekt zu sein, reichen auch 95. Statt 50 Regeln nur noch 10 – und das sinnvolle. Statt negative Formulierungen praktische Denkweise und positive Ansätze. Ein Beispiel dafür sind die 10 Gebote. Die meisten erinnern sich vor allem an der Satz «Du sollst». Wahrgenommen als Forderungen von Gott an uns. So denken wir. Auch wir stellen Forderungen an unsere Kinder. Regeln braucht es. Sie müssen allerdings realistisch und erfüllbar sein. Regeln sind zwar gefühlte Einschränkungen, doch letztendlich Auseinandersetzung mit uns selbst und sie zeigen, dass wir wertvoll sind. Sie wollen nicht einschränken, sondern schützen und fördern.

Das christliche Medienunternehmen ERF Medien hat die 10 Gebote verständlich formuliert und in die heutige Zeit übersetzt. 10 Gebote, die das Zusammenleben schützen. Die Grundwerte definieren und umsetzen wollen. Damit es uns allen gut geht. Eine neue Sicht auf Werte, die oft als verstaubt wahrgenommen werden. Und doch sind es die Werte, die auch das Alte und Schwache schützen. Weil der Mensch allein durch sein Dasein von Gott als wertvoll eingestuft wird.

Weiterführende Tipps

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.