VUKA? Schöne neue Arbeitswelt?!

VUKA? Bedeutung, Hintergründe, Erklärung.

Peter arbeitet jetzt seit dreissig Jahren als Maschinenbauer. Seit seinem Start ins Arbeitsleben in einer Produktionsstätte eines Autozulieferers hat sich alles verändert. Zum Beispiel schreibt er seine Berichte heute an einem Computer anstatt mit der Hand. Dadurch konnte er diesen Arbeitsschritt beschleunigen. Auch ist die Hierarchie viel flacher geworden. Er darf seinen CEO duzen. Dies wäre bei seinem vorherigen Chef von alter Schule undenkbar gewesen. Wenn er seine Situation zusammenfasst, so fällt ihm auf, dass die Arbeit trotz der vielen neuen Errungenschaften insgesamt komplizierter und schneller geworden ist.

VUKA: moderne Arbeitswelt - Bedeutung, Erklärung

Seit seinem Start ins Arbeitsleben in einer Produktionsstätte eines Autozulieferers hat sich alles verändert.

VUKA: Der amerikanische Erklärungsversuch

Als Anfang der 90er Jahre nach dem Ende des Kalten Kriegs alte Feindschaften sich zugunsten des liberalen, kapitalistischen Westens auflösten, hörte man am US Army War College zum ersten Mal den Begriff VUKA. Damit wurde die neue Unstetigkeit und Unplanbarkeit des modernen Krieges erklärt. Aktuell wird der Begriff für die Unverhersagbarkeit am heutigen Arbeitsmarkt benutzt.

Doch was bedeutet VUKA? Das Kurzwort steht für die Begriffe Volatilität (Flüchtigkeit), Uncertainty (Unsicherheit), Complexity (Komplexität) und Ambiguity (Ambivalenz). Das lässt aufhorchen. Passen diese Begriffe nicht perfekt in unser Zeitalter der Digitalisierung, der Globalisierung und der ökologischen Wende? Ja, und das lässt sich an unserem Beispiel verdeutlichen.

Mit dem Begriff VUKA wurde die neue Unstetigkeit und Unplanbarkeit des modernen Krieges erklärt.

Die Welt von heute

Ein Hauptkunde von der Produktionsstätte in der Peter arbeitet ist Mini-Cooper. Die Unsicherheiten in Zusammenhang mit dem Brexit veranlasst Peters Werk dazu, die Produktivität zu drosseln. Peter muss von einem Tag auf den anderen (Volatilität, Flüchtigkeit) weniger liefern und ist sich unsicher, ob sein Arbeitsplatz längerfristig überhaupt noch benötigt wird. Einige Wochen später gibt es jedoch Entwarnung, und der schlichte Alltagsstress steht für Peter wieder im Vordergrund. Die Frage aber treibt ihn weiter um: Wird er seinen Arbeitsplatz in Zukunft behalten können (Unsicherheit)?

Er entscheidet sich bei seiner Gewerkschaft nachzufragen. Diese gibt ihm die Auskunft, dass sie ihr möglichstes tun werden, doch auf Krankheiten und Krisen würden sie keinen Einfluss nehmen können. Ebenso wenig auf die erneute Veränderung in der Chefetage, die nächsten Monat anstehe. Peter weiss nicht mehr weiter, es gibt zu viele unsichere Faktoren (Komplexität), so dass er zunehmend unter Gedankenkreisen leidet. Schliesslich geht er zur innerbetrieblichen Beratungsstelle. Dort wird ihm erklärt, dass auch viele seiner Kolleginnen unter der heutigen Situation leiden, auch Führungspersonen. Viele Kollegen würden auch darunter leiden, dass heute kaum mehr Schwarz-weiss-Entscheidungen getroffen, sondern eher ein bunter Strauss an Optionen angeboten würde. Man fühle sich wie im dichten Nebel (Ambivalenz). Peter ist mehr denn je verwirrt und fragt sich, was er für seine zukünftige Arbeitssituation tun soll. Soweit die eine Seite der Medaille.

Wird er seinen Arbeitsplatz in Zukunft behalten können (Unsicherheit)?

Die Welt der Zukunft

Die andere Seite der Medaille zeigt sich wesentlich optimistischer. Ein Mitarbeiter in der Beratungsstelle hilft Peter, das Bild der Zukunft von ihm in seinem Betrieb zu malen (Vision). Peter wünscht sich zum Beispiel mittelfristig eine Funktion als Teamleiter. Dafür möchte er in Zukunft bei seiner Anleiterin schauen, wie sie Ergebnisse und den Weg dorthin dem Team erklärt (Understanding). Ziemlich schnell kommt er zum Entscheid, dass diese Transparenz seine Kündigung bisher verhinderte. Nach den Teamsitzungen konnte er sich jeweils mit klarem Kopf auf das konkrete Ziel seiner Arbeit konzentrieren (Clarity). So lange die Worte seiner Anleiterin im Kopf sind, bringt er das Vertrauen auf, seine Fehler ehrlich zu melden und Widersprüche aufzuzeigen (adaptability/agility). In solchen Momenten lacht er über sein Gedankenkreisen und konzentriert sich nicht auf Hierarchien, sondern seinen überschaubaren, erfüllenden Arbeitsalltag.

 

Die Transparenz hat seine Kündigung bisher verhindert.

VUKA hat also zwei Medaillen.

Die moderne, zukunftsgerichtete VUCA-Welt steht für Vision, Understanding (Verstehbarkeit), Clarity (Klarheit) und Adaptibility/agility (Anpassungsfähigkeit). Und damit für die Vorteile der Digitalisierung. Es ist also wichtiger denn je, sich als Unternehmen auf die neue Flexibilität am Arbeitsmarkt einzulassen und trotzdem wertschätzend den Menschen als Mitarbeiter ins Zentrum zu stellen.

 

Weiterführende Tipps im Web

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.