Mit Kindern den Garten entdecken – bewusst machen und Umgang fördern

Umgang mit Garten und Tieren bewusst erleben

Das gemeinsame Erlebnisse zwischen Kindern und ihren Eltern wichtig sind, ist bekannt. Genau wie wir Erwachsene müssen Kinder auch lernen, bestimmte Dinge zu entdecken und sie bewusst erleben. Nur so erkennen sie was dahinter steckt und können dem Umgang damit ändern. Ein Beispiel ist der Garten. Meine Kollegin Jasmin Taher hat dazu ein gutes Erlebnis im nachfolgenden Blog zusammengefasst.

Mit Schaufel und Spaten im Garten graben

Die Recherche für diesen Text habe ich meinen Männern (also meinem Ehemann und unserem Sohn) überlassen. (So musste ich mir nicht die Finger schmutzig machen.) Ich habe die beiden mit Gummistiefeln, Schaufel, Hacke und Spaten bewaffnet in den Garten geschickt und sie gebeten, mir mitzuteilen, was sie dort alles an Tieren finden können. Hier das Resultat ihrer Nachforschung: In der Erde unseres Gartens leben, mehr oder weniger tief vergraben, mindestens eine Erdkröte, zahlreiche Blindschleichen, Weinbergschnecken, Schnirkelschnecken, Regenwürmer, Nacktschnecken und Ameisen. Igel, Maulwürfe und Mäuse konnten sie nicht finden (vielleicht haben sie einfach nicht schnell genug gegraben?) und unser Fuchs, der sich von Zeit zu Zeit in unserem Garten blicken lässt, die Eichhörnchen, die Siebenschläfer und Vögel leben vorwiegend überirdisch.

Tiere tummeln sich im Erdreich

Hätten die beiden nun unser Mikroskop mit in den Garten nehmen dürfen – sie durften nicht, weil es ursprünglich einmal nur mir gehört hat – dann hätten sie noch viel mehr Tiere entdecken können. Denn viele Bewohner des Erdreichs sind mit blossem Auge nicht so leicht zu erkennen. Da gibt es winzige Spinnen, Asseln, Milben und deren Larven. Da tummeln sich Würmer, nicht nur die grossen Regenwürmer sondern auch kleine Fadenwürmer, Borstenwürmer und Saitenwürmer. Da wohnen Insekten, wie Fliegen, Käfer, Läuse, Ohrwürmer, Schaben Wanzen, Wespen und deren Nachwuchs.

Was tun die denn da in der Erde?

Die Tiere, die in unserem Erdreich leben, räumen auf. Sie essen, verdauen, vergraben, zerkleinern organisches Material, wie abgestorbene Pflanzen, Laub, Früchte und verstorbene Tiere. Sie durchmischen die Erde, lockern den Boden auf und scheiden verdautes Material als Humus aus. Dadurch verbessern sie die Durchlüftung und Durchmischung der Erde, sie wird nährstoffreicher und kann Wasser besser speichern. Der Standort bietet somit bessere Wachstumsbedingungen, die Pflanzen können dank des grösseren Angebots an Nährstoffen und Wasser schneller wachsen.

Unglaubliche Biodiversität im Boden

Auf einem Quadratmeter Gartenboden leben gut 100 000 Lebewesen von 2 000 verschiedenen Arten. Zumindest noch, denn die Biodiversität nimmt stetig ab. Zu Zeiten des Klimawandels und des rücksichtslosen menschlichen Raubbaus an der Natur sind die Lebewesen stark gefährdet durch Nässe, Trockenheit, Kälte, Hitze und den Einsatz von Pestiziden, wie Insektiziden, Fungiziden sowie Herbiziden. Letztere alle hochgiftige Produkte, die häufig mit dem positiv klingenden Begriff «Pflanzenschutzmittel» bezeichnet werden.

Es erscheint mir schlauer, auf chemische Pflanzenschutzmittel und synthetische Dünger zu verzichten und stattdessen der Natur ihren natürlichen Lauf zu lassen. In einem gesunden Ökosystem sorgen zahlreichen Bodenbewohner dann schon dafür, dass die Pflanzen gut wachsen können.

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Quellenangaben

  • fauna-garten.at: Fauna im Garten
  • geo.de: Es wimmelt im Boden
  • wiki.arages.de Lebenszyklus der Spinnen
  • ahabc.de Leben im Boden: Bodentiere
  • de.wikipedia.org: Springschwänze, Wikipedia
  • Welt.de: Auf einem Quadratmeter wimmeln 2000 Arten
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