Warum Feinde – wir haben doch uns selbst …

Warum Feinde? Wir haben doch uns selbst.
Stehen wir uns nicht oft selbst im Wege?

Obige Aussage habe ich im Coachingbuch «Die 100 besten Coaching-Übungen» von Martin Wehrle gelesen. Laut ihm stammt das Zitat vom deutscher Schriftsteller, Rocksänger, Liedermacher und Musicaltexter/-übersetzer Heinz Rudolf Kunze. Es hat mich angesprochen. Da war etwas. Eine Stimme in mir. War es Neugierde? Habe ich es richtig verstanden? «Warum Feinde – wir haben doch uns selbst». In neudeutscher Coachingsprache würde man diese Aussage wohl so übersetzen: «Vieles, was wir tun, was uns beschäftigt und was wir kritisieren etc. hat mit uns selbst zu tun.» Statt abzuschieben, Verantwortung übernehmen. Dem gehen wir nach. Hier und jetzt.

«Wenn du wissen willst, was du willst, musst du schauen, was du tust»

Theo Schoenaker

Obige Aussage stammt von Theo Schoenaker (Begründer individualpsychologischer Methoden zur Therapie sozialer Störungen sowie Trainingsmethoden zur Förderung und Schulung der Fähigkeit zur Selbst- und Fremdermutigung). Auch hier geht es um uns selbst. Schuldzuweisung? Mitnichten! Es geht darum, dass wir uns a) unserer Verantwortung und b) unserer Möglichkeiten bewusst werden. Jeder Mensch hat ein einzigartiges individuelles inneres Wertesystem. Die Basis dazu wird in unserer Kindheit gelegt. Dort definieren wir unseren Lebensstil. Wir hören Sätze wie «Deine Meinung interessiert erst einmal niemand» oder «Du könntest, wenn du wolltest». Kinder denken am Anfang unreflektiert. Sie glauben erst mal alles, was man ihnen sagt. Wie sollten sie auch anders damit umgehen? Ihnen fehlt die Erfahrung und der Vergleich. Mit diesen ersten Sätzen und prägenden inneren Werten starten wir und sind unterwegs im Leben. Auch später schauen wir uns und unser Umfeld durch diese Brille an. Dabei hätten wir dann viel mehr Freiheit. Was wir tun, tun wir darum, weil wir es wollen und für gut befinden. Meistens.

«Was kannst du von anderen lernen?»

Christoph Hickert, Supervisor

Sichtwechsel. Ich denke nach und erzähle. Mein Supervisor und Coach hört mir geduldig zu. Da gibt es Menschen, die standen mir im Weg. Die haben Dinge getan, die mich massiv irritierten. Negative Gefühle in mir hinterliessen. Mein inneres System fällt sofort in Be- und Verurteilungen. «Was kannst du von ihnen lernen?» – mein Supervisor geht aufs Ganze und irritiert mich! Von «schwierigen» Menschen etwas lernen? Diese Frage hat bei mir etwas bewirkt. Und siehe da, man kann tatsächlich etwas von seinen «Feinden» lernen. Es gibt Gründe dafür, warum ich mich über den andern ereifere. Das zeigt mir auf, was das Ganze mit mir zu tun hat. «Warum Feinde – wir haben doch uns selbst?» Ich stehe mir selber im Weg, suche die Fehler aber bei den andern.

Coaching irritiert und deckt auf

Konfrontation auf eine gute Art. Das brauchen wir. Sofern diese Konfrontation nicht negativ geprägt ist und verurteilt. Sie soll zum Nachdenken anregen. Auf eine faire Art und Weise. Der Coach als biologischer Spiegel. Als Provokateur im guten Sinn. Der Coachee als Empfangender und Wegbestimmender. Ein Team, das sich auf vielfältige Persönlich- und Menschlichkeiten einlässt. Ja sagt zu Bisherigem, hinschaut und Zukünftiges neu gestalten lernt. So kann ich mir selbst Freund werden. Damit tue ich nicht nur mir einen grossen Gefallen. Sondern auch meiner Umwelt …

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