Familienferien gut geplant

Familienferien gut geplant
Familienferien gut geplant. Ob in Dänemark oder im Tessin oder sonst wo ...

Ferien – das klingt irgendwie gut

Das triggert mir Bilder von einsamen Stränden, Palmen, Gartenrestaurants, Sonnenschein und vielem anderen. Erholung pur. Familienferien heisst aber auch verschiedene Meinungen, Herausforderung, nach Kompromissen suchen und vieles mehr.

Ferienplanung bedeutet, gemeinsam einen Weg gehen

Wenn zwei Erwachsene und drei junge Leute im Alter zwischen 17 und 21 Jahren sich an die Planung der Familienferien machen, verspricht dies einige Spannung. Ich kann mich an die letzten Jahre erinnern, wo wir uns nicht einigen konnten. Für die Einen bedeutete Ferien Sandstrand, Shoppen, ferne Länder, Ausgang bis weit nach Mitternacht. Für die anderen Kanufahren, Internetanschluss, Gamen, nicht allzu viel Bewegung. Die ältere Generation wäre am liebsten gewandert oder Velo gefahren… Die Bedürfnisse konnten unterschiedlicher nicht sein. Dieses Jahr sollte es anders werden.

Schritt-für-Schritt-Planung

So verkündigte ich, dass wir nochmal versuchen, gemeinsame Familienferien zu planen. Zuerst teilte ich allen mit, dass es in einem ersten Schritt um das Zielgebiet geht. Nach einem ersten Gespräch mit einem Kind schrieb ich die Destinationen Holland, Frankreich und Belgien auf einen Zettel, den ich an die Innenseite der Haustüre klebte. So konnte jedes Familienmitglied beim Verlassen a) die Vorschläge lesen und b) selbst ergänzen. Das klappte. Schon am anderen Tag standen Norwegen und Island auf dem Wunschzettel. Jedoch: Jemand wollte um keinen Preis fliegen, jemand ja nicht auf ein Schiff und jemand würde es nie in einem Camper aushalten. Meine Frau ging nun mit den definierten Wünschen auf das Reisebüro. Der Reisbüro-Verkäufer schüttelte den Kopf und meinte, all diese Bedingungen zu erfüllen, sei schwierig. So kam meine Frau mit einer Fülle an Reiseprospekten zurück.

Vom Campingwagen zur Ferienwohnung

Auch hier teilte ich allen wieder mit, dass nun Prospekte da seien. Vorschläge daraus seien willkommen. Wen keine Vorschläge kommen würden, so würden nur die bestehenden berücksichtigt oder von mir ausgesucht. So ging es nun ans Recherchieren. Die Angebote waren bereit, nur wir, bzw. einige Mitglieder noch nicht. Beim Campingwagen hatte ich meine Vorbehalte, weil viele nicht stadttauglich sind. Zudem bedeuten fremde Städte für mich ziemlichen Stress (wenn ich der Fahrer bin). Meine Frau hatte ihre Anfragen, ob die Regionen das bieten, was wir erwarten. So ging sie wieder ins Reisebüro und kam mit neuen Prospekten zurück. In der Zwischenzeit erkundigte ich mich per Mail bei einem Geschäftsfreund, der mit einer Dänin verheiratet ist, wie es mit Dänemark so stünde.

Zurück auf Start: Holland oder doch nicht?

Inzwischen waren etwa 3 Wochen vergangen. Wir landeten wieder bei der ersten Feriendestination Holland. Wir hatten uns fast geeinigt, als sich mein Geschäfsfreund meldete und von 1000 km wunderbarem Sandstrand, einsamen Inseln und vielem anderen über Dänemark schwärmte. So kam es, dass wir nach 4 Wochen gemeinsamem Findungsprozess uns schliesslich für Dänemark entschieden haben. Rückblickend staune ich über all diese (Um)Wege.

Was ich daraus gelernt habe

Was wir nicht kennen, dort haben wir Vorbehalte. Erst als das unbekannte Land ein Gesicht erhielt, sprich wir via Internet recherchiert haben, reduzierten sich die Einschränkungen. Die Feriendestination schien auf einmal vertrauenswürdiger. Unsere Liste mit den Bedingungen wurde immer kleiner. Am Schluss hatten wir uns auf ein Land geeinigt, wo wir innert kurzer Zeit auch nach Norwegen oder Schweden fahren könnten. Wir hatten uns einige Optionen offen gehalten.

Wir brauchen manchmal Zeit, um Entscheidungen zu fällen. Unsere Psyche hat ihr eigenes Tempo. Diese vier Wochen Analyse und Entscheidungsfindung waren recht intensiv. Mein Eindruck: Wir hatten als Familie schon lange nicht mehr so gründlich diskutiert, Reibungspunkte und Vorstellungen geklärt. Wenn man mitten drin ist, braucht es viel Geduld. Aber im Nachhinein finde ich diesen Prozess sehr spannend. Auch den Kids zuzuhören und sie selbst nach Lösungen suchen zu lassen, war bereichernd und wesentlich besser, als fixfertige Lösungen zu präsentieren.

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