Anstieg von Inkassoforderungen in der Schweiz, vorausdenken verhindert

Umgang mit Finanzen und Schulden
Schulden verhindern? Geht das? Meistens!

«Die Zahlungsmoral in der Schweiz hat sich im vergangenen Jahr erneut verschlechtert. Die Inkassoforderungen 2016 sind von 1,8 Milliarden Franken auf über 2 Milliarden Franken angestiegen.» berichtet Telebasel (9.5.2017).

Inkasso, damit verbinden wir den aggressiven Vertreter an der Tür, der mit einem amtlichen Schreiben in der Hand droht und seinen Fuss in den Türspalt stemmt. Ausweichen ist unmöglich.

Ich suche im Internet nach Einschätzungen und Kommentaren. Das Bild, das sich mir zeigt: Zufriedene Firmen, sprachlose und sich ausgequetscht fühlende Schuldner. Bei letzteren bleibe ich hängen. Ich frage mich: Wie kommt jemand in die Situation, dass eine Inkassofirma Schulden eintreiben will?

Wie beim Krebs

Warum kann Krebs heute erfolgreicher behandelt werden als noch vor zehn Jahren? Weil man die Gefahren inzwischen besser kennt und weil die Frühabklärung verbessert wurde. Frühabklärung? Genau.

Wenn wir uns der Gefahren und Auswirkungen unseres Handelns bewusst sind, können wir früher Einfluss nehmen und verhindern.

Das gilt auch beim Inkasso (unter Berücksichtigung der zahlreichen Ausnahmen, die es immer wieder gibt).

Milchbüechli-Rechnung

«Gib nicht mehr aus, als du besitzt». Diese einfache Rechnung lernten wir in der ersten Klasse. Tut man dies trotzdem, hat man Schulden. Im Artikel «40 Prozent aller Schweizer Haushalte sind verschuldet» des Tagesanzeigers steht: «Das Auto geleast, das Handy auf Raten, Schulden beim Steueramt – das Leben auf Pump ist in der Schweiz weitverbreitet.» Es gibt Gründe, warum sich jemand verschuldet. Immer. Manchmal hat man einfach nur Pech. Bleibt die andere Gruppe. Diejenigen, die kaufen, ohne das nötige Geld zu haben. Auto und Handy, das sind Image-Produkte. Klar, sind die Angebote verführerisch. Für einen Franken ein Handy, und man ist dabei. Doch das ist eben nur der eine Teil. Hinter dem Angebot stehen weitere Verpflichtungen.

Schulden selbst gestalten, statt fremdbestimmt zu werden

Wir können mehr bestimmen, als uns bewusst ist. Das gilt auch bei einer Mahnung oder Inkasso-Androhung. Vielleicht muss es gar nicht so weit kommen? Indem man selbst die Initiative ergreift und nach einer Alternative sucht (Abzahlen). Wer sich beim Gläubiger meldet, kann viel unnötigen Aufwand verhindern. Nichts tun und einfach schweigen, Mahnungen entsorgen, verzögert nicht nur, es verschlimmert die ganze Situation. Wer selbst aktiv wird und versucht, Schulden proaktiv abzuzahlen, der profitiert auch in der Zukunft – indem er den vielen Angeboten kritischer gegenübersteht.

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